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Rassistische Türkontrollen in Neustädter Clubs und Bars weit verbreitet
Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie (BNG-FAU) kritisiert Vorgehen scharf

Wie der BNG-FAU Dresden bekannt wurde, sind Einlassverbote nach rassistischen Kriterien oder Nationalität bei Türsteher_innen in der als bunt und alternativ geltenden Dresdner Neustadt gang und gäbe. Die Gewerkschaft wendet sich entschieden gegen diese Türpolitik und ruft das Personal auf, entsprechende Anweisungen zu boykottieren.

Teilweise aus persönlicher Motivation des Personals, oft aber auch unter ausdrücklicher Anweisung der Arbeitgeber_innen wird in Neustädter Clubs und Bars Menschen mit augenscheinlichem Migrationshintergrund immer wieder der Einlass verwehrt. Ebenso oft dürfen Angehörige gewisser Nationalitäten nicht oder nur nach Ausweiskontrollen passieren. Nach Aussagen von Kund_innen und Personal sind davon fast alle Betriebe mit Türpersonal in der Neustadt betroffen.

Als Begründung werden oft Probleme mit Diebstählen genannt, bei denen ein Taschendiebstahlring aus jungen Migrant_innen besonders auffällt. BNG-FAU Pressesprecher Wolf Meyer (26) dazu: "Wir wissen, dass diese Probleme bestehen. Rassistische Einlasspolitik kann jedoch keinesfalls eine Antwort darauf sein. Viel mehr fordern wir zu einer stärkeren Sensibilisierung der Gäste und einem sofortigen Ende dieser diskriminierenden Praxis auf."

Mit der aktuellen Praxis kann durchaus auch gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstossen werden. Personal das den Anweisungen folgt, macht sich so u.U. strafbar, betroffene Kund_innen können Anspruch auf Entschädigung haben. Die Gewerkschaft ruft betroffene Kund_innen und Personal auf, sich bei ihr unter: bng-dd@fau.org zu melden und bietet an sich ggf. mit weiterer Öffentlichkeitsarbeit, u.a. der Veröffentlichung konkreter Betriebsnamen oder gerichtlich dagegen zu wehren. In einem ersten Fall konnten Gewerkschaftmitglieder nach einer Resolution an die Chef_innen die betriebliche Praxis ändern.

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