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Am Beispiel Frauenkirche: Die (Fehl-)konstruktion von Erinnerung
Veranstaltung am Samstag, 6. Mai 2006 15:00 Uhr im Kunsthaus Dresden, Rähnitzgasse 8

Dresdner Identitäten orientieren sich gern an Verschwundenem.

Der detailgetreue Wiederaufbau der Frauenkirche stiftet jedoch auch eine neue Identität, die vom "Herzen der Stadt". Die Sinnstiftungen des alten/neuen Bauwerkes vermitteln Hoffnungen von dessen Leitbildwirkung für die Zukunft, vom Wiedererstehen des alten Dresden und von der Möglichkeit, durch den Neubau eine Versöhnung mit der Vergangenheit herbeiführen zu können. Der Blick auf die Vergangenheit ist jedoch auch selektiv.

Die Veranstaltung beleuchtet anhand von drei Beispielen, wie jede (kollektive) Erinnerung und deren Orte auf Konstruktionen beruhen, sie erzählt von einem heraus gefallenen Teil der Geschichte aus dem Erinnerungskanon und thematisiert aktuelle Entwicklungen dresdner wie deutscher Identitäten.

Die Frauenkirche in der NS-Zeit

Die Machtergreifung der "Deutschen Christen", die innerkirchliche Opposition, die "Braune Synode" in der Frauenkirche, der "Arierparagraph" in der sächsischen Landeskirche - die Frauenkirche in der Vorgeschichte ihrer Zerstörung. Mit Dr. Gerhard Lindemann, Hannah-Arendt-Institut, Dresden

Widerspruchslos Eigen. Stadtbild und die Konstruktion von Gedächtnis

Altstädte werden nicht geschützt, sondern gemacht. Die Altstadt entsteht als ein Phänomen von Gedächtnisstiftung und Selbstvergewisserung im den Umbrüchen der Moderne. Die Konstruktion von Altstadt vollzieht sich im Namen des Herkommens und der Tradition, der Selbstbehauptung, des Eigenen. Altstadt wird den modernisierten Städten als eine "Sonderzone Heimat" eingeräumt. Ihre bildhaften Ausformulierungen des Eigenen sind glättend und homogenisierend, ausgrenzend und ausblendend. Im Extremfall können sie sich zerstörerisch gegen Abweichungen und "Fremdheit" in jeder Form richten. Mit Dr. Gerhard Vinken, Kunsthistoriker, Düsseldorf

Eine Analyse der Presseechos zur Weihe der Frauenkirche - im Vergleich zu den Zielen des Wiederaufbaus

Die Medienanalyse wurde im Auftrag von Weiterdenken erstellt und wird hier erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit Anja Pannewitz, Soziologin, Leipzig.

Einführung und Moderation: Jens Hommel, Weiterdenken

In Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden. Rahmenveranstaltung zur Ausstellung "Von der Abwesenheit des Lagers - Reflexionen zeitgenössischer Kunst zur Aktualität des Erinnerns" im Kunsthaus Dresden bis 7. Mai 2006.

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