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Die Kandidaten des Nationalen Bündnis Dresden
Teil III - Sven Hagendorf

Unter den Kandidaten, die für das Nationale Bündnis Dresden (NBDD) am 13. Juni in den Dresdner Stadtrat ziehen sollen, befinden sich eine ganze Reihe bekannter Neonazis. Auch wenn immer wieder gemeint wird, das Neue am NBDD sei die demonstrierte Bündnisfähigkeit der Rechten, stellen sich deren Protagonisten zu einem Grossteil als altbekannte Neonazis heraus. Daher geht das art nun in loser Folge auf einige Kandidaten des NBDD näher ein.

Im Wahlkreis III tritt Sven Hagendorf als Spitzenkandidat für das Nationale Bündnis Dresden an. Sven Hagendorf ist schon mindestens seit 7 Jahren in der Dresdner Neonaziszene aktiv. Ob NPD, Freie Kräfte Dresden, JLO oder nun das Nationale Bündnis, er ist überall dabei. So versuchte er schon zur Bundestagswahl 2002 als Direktkandidat für die NPD anzutreten, scheiterte allerdings an den erforderlichen 200 Unterschriften. Auch für ein JLO Flugblatt zum 13. Februar 2003 zeichnete er verantwortlich (ViSdP). Zusammen mit Neonazis der Dresdner Freien Kräfte war er an einigen Überfällen und Störaktionen beteiligt. Am 9. November 2001 störten sie die Feier zur Weihe der Neuen Synagoge in Dresden, indem sie antisemitische Flugzettel warfen und sich mit einem Transparent mit der Aufschrift "Vor der Versöhnung kommt die Wahrheit" provokant aufstellten. Am 13. Februar diesen Jahres war Hagendorf aktiv daran beteiligt, als eine Gruppen von Neonazis junge Linke körperlich angriff. Dass Sven Hagendorf alles andere als ein harmloser Vertreter eines vermeintlich bürgerlichen Bündnisses ist, zeigt auch seine Affinität zu Waffen. So präsentierte er sich am 13. August 2001 nach ein NPD- Kundgebung vor dem Rathaus mit einer Pistole im Hosenbund.

Am 13. Juni will Sven Hagendorf nun für das Nationale Bündnis in das Dresdner Stadtparlament einziehen. In der Wahlkampfzeitung des NBD und unkommentiert übernommen in der Sächsischen Zeitung vom 10. Mai fordert er: "Künftig sind vor allem die Kulturvorhaben gemeinschaftsorientierter, heimatverwurzelter Jugendlicher zu fördern. Durch die Bereitstellung von Klubgebäuden hat die Stadt die sinnvolle Freizeitgestaltung jener Jugendlicher zu unterstützen, die trotz ihrer eventuellen Arbeitslosigkeit nicht in Gewalt, Kriminalität oder Drogenkonsum flüchten."

Wie ein solcher Jugendclub genau aussehen soll, konnte man bereits am inzwischen geschlossenen Klub Thor sehen, denn Sven Hagendorf war Mieter dieses Klubs. Der Klub Thor war von Mai 2002 bis April 2003 öffentlicher Anlaufpunkt für alte und neue Nazis, Treffpunkt und Rückzugsgebiet vor bzw. nach ihren Aktionen und Ausgangspunkt von rassistischen, neonazistischen und antisemitischen Übergriffen. Es fanden zahlreiche Partys und Konzerte mit einschlägig bekannten Nazibands statt. Von diesem Klub aus wurden Fahrten zu Demonstrationen organisiert, wie zum Beispiel zum Rudolf Hess Marsch in Wunsiedel im August 2002.

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